Die Johanneskirche wurde von 1963 an vom Architekturbüro Fetzer als Gemeindezentrum mit integrierten Gemeinde- und Jugendräumen gebaut und im Juli 1964 eingeweiht. Im Jahr 1971 wurde das Gemeindezentrum durch ein Kindergartengebäude und ein Pfarrhaus ergänzt. 2003 erhielt die Kirche einen zweigeschossigen Anbau, in dem ein Gemeindesaal, eine Küche und ein weiterer Gruppenraum untergebracht sind.

 

 

 

Die Architektur der Johanneskirche folgt keiner bestimmten Stilrichtung. Ihre Formensprache lässt die Absicht erkennen, einen Merk- und Orientierungspunkt am nördlichen Rand des Ortes zu schaffen. Dies zeigt sich vor allem an dem markanten, lang und spitz zulaufenden Kirchturm, der über dem Turmfundament zu schweben scheint. Der Innenraum gestaltet sich als ein einziger großer Raum mit hinten eingezogener Empore. Eine traditionelle Unterteilung in Schiff und Chor entfällt. Die Bankreihen sind gleich einem Kreisausschnitt um Altar und Kanzel als Bezugspunkt herum angeordnet. Diese Raumaufteilung schafft eine räumliche und gefühlte Nähe zwischen Gemeinde und Liturg/in.

 

Die Johanneskirche verfügt aufgrund ihres jugendlichen Alters nicht über Gestaltungselemente von kunsthistorischem Wert. Ihr Reiz besteht in der angenehmen Atmosphäre, die der Kirchenraum vermittelt. Die überaus transparente Akustik eignet sich zudem hervorragend für Konzerte mit kleineren Besetzungen. 

Im Grundstein an der rechten Seitenwand ist der Leitvers der Johanneskirche aus Joh 8,31 eingemeißelt: „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“

Text: Volker Gemmrich